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Abstinenznachweise BTM.

Stand Januar 2024.

Ein Abstinenznachweis ist ein Dokument oder eine Bestätigung, die belegt, dass Sie über einen bestimmten Zeitraum hinweg keine Drogen konsumiert haben. Dieser Nachweis wird regelmäßig benötigt, wenn die Fahrerlaubnis  wegen Drogenkonsum im Straßenverkehr entzogen worden ist. Um einen Abstinenznachweis zu erbringen, müssen Sie ärztliche Untersuchungen durchführen lassen, die den Drogenkonsum bzw. den Medikamentenmissbrauch ausschließen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden dann schriftlich dokumentiert und als Nachweis für die Abstinenz vorgelegt.

Image by Goashape Studio

Welcher Abstinenzzeitraum wird verlangt?

Bei einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) in Deutschland werden die Werte der Abbauprodukte von Drogen im Blut als ein wichtiger Faktor für die Bewertung des Drogenkonsums und dessen Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit betrachtet.

Seit Jahren streiten sich Experten darüber, ob die Grenzwerte für das Fahren unter Cannabiseinfluss richtig oder zu niedrig angesetzt sind. Experten für Verkehrssicherheit und Verkehrsrecht in Deutschland haben im Zuge der am 1.4.2024 geltenden gesetzlichen Neuregelungen zu BTM empfohlen, den derzeit geltenden THC-COOH-Grenzwerte von 1,0 Nanogramm pro Milliliter Blutserum im Blut (Grenzwert-Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus 2005 ) anzuheben. Bei einem THC-COOH-Wert über 75 ng/ml wird von den Behörden übrigens regelmäßiger Cannabiskonsum angenommen.

 

Die Dauer des Abstinenznachweises kann je nach den individuellen Umständen und den Anforderungen der zuständigen Behörde variieren, liegt aber meist bei 6 oder 12 Monaten.

Wie weise ich meine Abstinenz nach?

Während des Zeitraums des Kontrollprogramms werden Sie unvorhergesehen und in unregelmäßigen Abständen kurzfristig innerhalb von 24 Stunden per SMS zu einer Urinabgabe einbestellt. Die Urinabgabe erfolgt unter respektvoller Diskretion, allerdings immer "unter Sicht".

 

Bei einem Jahr Abstinenzkontrollprogramm werden in der Regel 6 Proben erwartet, bei 6 Monaten in der Regel 4 Proben.

 

Der Urin wird auf Abbauprodukte von verschiedenen Drogen (Cannabinoide, Kokain, Opiate, Amphetamine, Benzodiazepine, Methadon und ggf. Buprenorphin, Tilidin, Tramadol) untersucht.

Alternativen zur Urinabgabe

Haarproben werden oft als Alternative zur Urinabgabe in Abstinenzkontrollprogrammen für Betäubungsmittel (BTM) verwendet. Bei einer Haarprobe wird eine kleine Menge Haar genommen, normalerweise vom Hinterkopf, da dieser Bereich am wenigsten sichtbar ist. Diese Probe wird dann auf Rückstände von Betäubungsmitteln oder deren Metaboliten (Abbauprodukten) analysiert. 

 

Betäubungsmittel und ihre Metaboliten bleiben über einen längeren Zeitraum im Haar nachweisbar im Vergleich zu Urinproben. Während Drogenrückstände im Urin nur für wenige Tage nachgewiesen werden können, kann eine Haarprobe den Konsum über mehrere Monate hinweg anzeigen. Dies ermöglicht eine effektivere Überwachung und Beurteilung des Fortschritts im Abstinenzkontrollprogramm .

Die Entnahme einer Haarprobe ist zuudem weniger invasiv und diskreter als die Abgabe einer Urinprobe "unter Sicht".

Alle weiteren Fragen und Hinweise zu akkreditierten Stellen zur Durchführung eines Abstinenzkontrollprogramm wenden Sie sich bitte an uns.

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